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Geldpolitik

Inflation im Juli: 2,8 Prozent – und warum „voraussichtlich“ dabeisteht

Das Bundesamt meldet für Juli vorläufig 2,8 Prozent. „Voraussichtlich“ steht nicht aus Höflichkeit – die endgültige Zahl kommt erst am 12. August.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Das Statistische Bundesamt hat die Verbraucherpreise für Juli veröffentlicht: Die Inflationsrate liegt voraussichtlich bei 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Wort „voraussichtlich“ steht nicht aus Vorsicht in der Überschrift – es ist eine Aussage über die Zahl selbst.

Was eine vorläufige Zahl von einer endgültigen unterscheidet

Für den Verbraucherpreisindex werden monatlich mehrere hunderttausend Einzelpreise erhoben – in Geschäften, im Internet, aus Verwaltungsdaten. Bis zum Monatsende liegt davon nicht alles vor. Für die Schnellschätzung rechnet das Amt deshalb mit dem, was bis dahin eingetroffen ist, und schließt auf den Rest.

Die endgültigen Ergebnisse für Juli 2026 erscheinen am 12. August. Erst dann ist jede Erhebung eingearbeitet. In aller Regel bleibt die Zahl gleich oder verschiebt sich um ein Zehntel – aber sie *kann* sich verschieben, und wer sie als feststehend zitiert, zitiert etwas, das noch nicht feststeht.

Was daraus folgt: Wer Wirtschaftszahlen liest, sollte auf zwei Wörter achten – „vorläufig“ und „endgültig“. Sie stehen fast immer da, werden fast immer überlesen, und sie unterscheiden eine Schätzung von einem Ergebnis. Das gilt für die Inflation genauso wie für Wachstum, Arbeitsmarkt und Außenhandel.

Quellen

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