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Der Iran will an jedem Öl-Barrel mitverdienen – der Ölpreis fällt trotzdem

Der Iran fordert laut einer Meldung 20 Milliarden Dollar für freie Fahrt durch die Straße von Hormus. Brent und WTI gaben am selben Tag trotzdem nach.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Laut einer Meldung von wallstreet-online vom Donnerstag will der Iran aus der Straße von Hormus, der wichtigsten Ölroute der Welt, ein Machtinstrument machen: Er fordert rund 20 Milliarden Dollar dafür, Tanker ungehindert passieren zu lassen. Die Meldung zitiert Experten, die die Forderung für kaum durchsetzbar halten, warnt aber zugleich vor einem Abkommen, das die Route dauerhaft verändern könnte. Trotz dieser Zuspitzung gab der Ölpreis am selben Tag nach: Brent schloss laut Börse Frankfurt bei 86,98 Dollar, ein Minus von 1,58 Prozent.

Warum eine Route für den Ölpreis überhaupt zählt

Durch die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel, läuft nach gängigen Schätzungen ein großer Teil der weltweiten Öltransporte auf dem Seeweg. Jede Drohung, diese Route zu erschweren oder zu bepreisen, gilt Händlern deshalb üblicherweise als Risiko für das weltweite Angebot – und Risiken für das Angebot lassen Preise für gewöhnlich steigen, nicht fallen.

Die Forderung kam – der Preis fiel trotzdem

Genau umgekehrt lief es an diesem Donnerstag. Eine Erklärung dafür liefert die Quelle nicht; sie hält nur die beiden Tatsachen fest, die Forderung des Iran und den tags darauf gemeldeten Kursstand. Möglich ist, dass Händler die Forderung – wie die zitierten Experten – für wenig durchsetzbar halten und sie deshalb kaum in den Preis einrechnen. Das bleibt an dieser Stelle eine Möglichkeit, keine belegte Begründung.

Ein wiederkehrendes Muster

Schon am 10. August notierte Gold laut Goldreporter über 4.300 Dollar, während Anleger „auf Hormus-Verhandlungen“ blickten – ein Hinweis darauf, dass die Route seit Tagen im Gespräch ist, ohne dass sich der Ölpreis bislang dauerhaft davon hätte beeindrucken lassen. Eine Drohung, die sich wiederholt, ohne dass sich etwas ändert, verliert an den Terminmärkten mit der Zeit an Wirkung – Händler beginnen, sie als Teil des Hintergrundrauschens zu behandeln statt als neue Information.

Was daraus folgt: Eine geopolitische Drohung bewegt einen Rohstoffpreis nur, solange Marktteilnehmer sie für wahrscheinlich und neu halten. Wie glaubwürdig eine Forderung eingeschätzt wird, sagt am Ende oft mehr über die Kursreaktion als die Forderung selbst.

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