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Geldpolitik

Warsh steckt zwischen Inflationsbekämpfung und Schuldenberg

Warsh will die Inflation bremsen – doch höhere Zinsen verteuern den Dienst auf mehr als 40 Billionen Dollar US-Schulden. Eine Analyse zeigt das Dilemma.

Redaktion IM Invests5 Min. Lesezeit

Ein Zentralbankchef, der die Inflation bekämpfen will, tut das normalerweise mit höheren Zinsen. Bei US-Notenbankchef Kevin Warsh hat dieser Weg einen Haken, den eine Analyse von Goldreporter anhand von Zahlen sichtbar macht: Höhere Zinsen verteuern gleichzeitig den Schuldendienst eines Staates, der ohnehin schon tief in der Kreide steht.

Über 40 Billionen Dollar Schulden, 1,17 Billionen Zinskosten

Laut der Analyse lagen die US-Staatsschulden Ende August bei mehr als 40,1 Billionen Dollar. Allein die Zinszahlungen summierten sich im laufenden Haushaltsjahr bis Juli auf 1,17 Billionen Dollar. Die Bilanzsumme der Fed liegt demnach bei 6,7 Billionen Dollar, darunter 4,4 Billionen Dollar an Staatsanleihen.

Präsident Trump erwartet laut der Quelle niedrigere Zinsen, Warsh stellt nach ihrer Darstellung stattdessen die Preisstabilität und damit die Glaubwürdigkeit der Notenbank in den Vordergrund. Beide Ziele – Inflation drücken und Schuldendienst erleichtern – lassen sich mit demselben Instrument nicht gleichzeitig erreichen.

Was das für Gold bedeutet

Die Analyse beschreibt einen Mechanismus in zwei Richtungen: Höhere Zinsen belasten den Goldpreis kurzfristig, weil zinslos gehaltenes Gold im Vergleich zu verzinsten Anlagen unattraktiver wird. Hält die Fed die Zinsen dagegen trotz anhaltender Inflation niedrig, könnte das Gold eher stützen. Als weiteren Punkt nennt die Quelle eine mögliche Neubewertung der offiziellen US-Goldreserven, die aktuell mit einem historischen Gesetzespreis von 42,22 Dollar je Feinunze und damit weit unter dem Marktwert in den Büchern stehen.

Was daraus folgt: Ein Dilemma zwischen zwei Zielen bedeutet nicht, dass beide gleichermaßen unerreichbar sind – es bedeutet, dass eine Entscheidung immer auf Kosten des jeweils anderen Ziels geht. Welchen Weg die Fed einschlägt und wie stark sich das auf den Goldpreis auswirkt, lässt sich aus dieser Analyse allein nicht ableiten.

Quellen

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