NORMA Group hat am Freitag ein neues Aktienrückkaufprogramm gestartet – eines der größeren Rückkaufvolumen für ein Unternehmen dieser Größenordnung in diesem Sommer.
Der Vorstand kündigt laut einer Ad-hoc-Meldung ein Rückkaufvolumen von 208 Millionen Euro an, mit dem bis zu 9,3 Millionen eigene Aktien erworben werden sollen. Zum Zeitplan oder zur genauen Ausgestaltung des Programms macht die Kurzmeldung keine weiteren Angaben.
Warum ein Rückkauf etwas anderes ist als eine Dividende
Ein Aktienrückkauf und eine Dividende erreichen ökonomisch ein ähnliches Ziel – Geld verlässt das Unternehmen und landet bei den Aktionären –, wirken aber unterschiedlich. Eine Dividende zahlt bar aus und lässt die Aktienzahl unverändert. Ein Rückkauf verringert dagegen die Zahl der ausstehenden Aktien: Wer seine Anteile behält, hält danach automatisch einen etwas größeren Teil des verbleibenden Unternehmens.
Für viele Anleger ist das auch steuerlich interessant, weil ein Kursgewinn erst bei einem tatsächlichen Verkauf der Aktie anfällt – eine Dividende wird dagegen im Jahr der Auszahlung besteuert.
Ob die eigene Aktie zum Rückkaufzeitpunkt tatsächlich günstig bewertet ist, entscheidet darüber, ob ein Rückkauf den verbleibenden Aktionären nützt oder nur die Kennzahl je Aktie kosmetisch verbessert. Eine Begründung des Vorstands dazu nennt die Meldung nicht.
Was daraus folgt: Ein angekündigtes Rückkaufvolumen ist ein Rahmen, kein Versprechen – Unternehmen kaufen Aktien oft über Monate verteilt und mit Unterbrechungen zurück. Wie viel NORMA Group tatsächlich zurückkauft und zu welchen Kursen, zeigt sich erst in den kommenden Quartalsberichten.
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IM Invests · https://iminvests.de/news/norma-group-aktienrueckkauf-208-millionen/