Die Meldung von 4:05 Uhr trägt ihren Widerspruch offen: Musk prophezeit einen Billionen-Umsatz für SpaceX – und die Aktie fällt. Das ist kein Rätsel, sondern eine Lektion darüber, was der Markt mit weit entfernten Versprechen macht.
Geld in der Zukunft ist weniger wert
Der Wert eines Unternehmens ist im Kern die Summe dessen, was es künftig ausschütten kann – und jeder Betrag wird umso stärker abgezinst, je weiter er entfernt liegt. Das ist keine Meinung, sondern Arithmetik: Wer heute Geld anlegt, bekommt Zinsen; ein Euro in zwanzig Jahren ist deshalb heute weniger als einen Euro wert.
Heutiger Wert = Betrag ÷ (1 + Zins)^Jahre
Bei acht Prozent Kapitalkosten ist ein Betrag in zwanzig Jahren heute noch etwa ein Fünftel wert, in dreißig Jahren ein Zehntel. Eine sehr große Zahl in sehr ferner Zukunft schrumpft in der Rechnung auf etwas Überschaubares zusammen.
Dazu kommt die Wahrscheinlichkeit
Neben der Zeit steht die Frage, wie sicher der Betrag überhaupt eintritt. Je weiter eine Prognose reicht, desto mehr muss dafür gutgehen – Technik, Nachfrage, Regulierung, Wettbewerb, Finanzierung. Der Markt multipliziert die große Zahl also nicht nur mit einem kleinen Abzinsungsfaktor, sondern zusätzlich mit einer Wahrscheinlichkeit, die er selbst schätzt.
Welcher dieser Gründe hier zutrifft, geht aus der Ticker-Überschrift nicht hervor. Festhalten lässt sich nur, dass die Größe einer Prognose nichts über ihre Wirkung sagt.
Was daraus folgt: Bei jeder Zukunftszahl gehören zwei Rückfragen dazu – wann und wie sicher. Ohne sie ist auch eine Billion nur eine Ziffernfolge; mit ihnen wird daraus ein Betrag, den man mit dem heutigen Kurs vergleichen kann.
Quellen
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IM Invests · https://iminvests.de/news/spacex-billionen-prognose-aktie-faellt/