Jede genannte Zahl wird zum Bezugspunkt für die nächste Schätzung, selbst wenn sie erkennbar nichts mit der Sache zu tun hat.
Im klassischen Versuch drehten Teilnehmer ein Glücksrad und sollten anschließend schätzen, wie viele afrikanische Staaten Mitglied der Vereinten Nationen sind. Wer eine hohe Zahl gedreht hatte, schätzte höher. Das Rad war erkennbar Zufall, und es wirkte trotzdem.
Beim Anlegen sind Anker allgegenwärtig, und die meisten davon werden gar nicht als Zahlenangabe wahrgenommen.
- Der eigene Einstandskurs. Der wirkungsvollste Anker überhaupt – er teilt jede Position in „im Plus“ und „im Minus“ und bestimmt darüber, wie sie beurteilt wird.
- Das Jahreshoch. Eine Aktie, die von 100 auf 70 gefallen ist, wirkt günstig. Ob 70 günstig ist, hat mit den 100 nichts zu tun.
- Kursziele in Analysen. Eine genannte Zahl verschiebt die eigene Einschätzung, unabhängig davon, wie sie zustande kam.
- Runde Zahlen. Kurse häufen sich um glatte Marken, und Orders werden dort gebündelt platziert – ein Anker, der sich im Orderbuch abbildet.
Lektion durchgearbeitet?
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