Wer sich für überdurchschnittlich gut hält, handelt häufiger. Häufiger handeln kostet – und zwar messbar.
In Befragungen halten sich regelmäßig weit über die Hälfte der Teilnehmer für überdurchschnittliche Autofahrer. Beim Anlegen ist es nicht anders, und dort hat die Fehleinschätzung einen Preis.
Die bekannteste Untersuchung dazu wertete die Depots zehntausender Privatanleger über sechs Jahre aus. Ergebnis: Die Gruppe mit dem häufigsten Handel erzielte nach Kosten deutlich weniger als die mit dem seltensten – bei ähnlicher Bruttorendite. Der Unterschied bestand fast vollständig aus Handelskosten.
Drei Formen derselben Sache
| Form | Beschreibung | Folge |
|---|---|---|
| Überschätzung der Genauigkeit | Die eigene Schätzspanne ist zu eng | Zu große Positionen, zu wenig Streuung |
| Überschätzung im Vergleich | Man hält sich für besser als die anderen | Häufiger Handel gegen genau diese anderen |
| Kontrollillusion | Man hält Zufall für beeinflussbar | Mehr Handel bei Werten, die man zu kennen glaubt |
Die zweite Zeile enthält den logischen Kern: Jedes Wertpapiergeschäft hat eine Gegenseite. Wer kauft, kauft von jemandem, der zum selben Preis verkaufen will. Beide können nicht recht haben – und häufig sitzt auf der anderen Seite ein Institut mit besseren Daten.
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