Die Inversion hat fast jede amerikanische Rezession angekündigt – mit einem Vorlauf zwischen sechs und vierundzwanzig Monaten. Genau diese Spanne macht sie als Handlungsanweisung wertlos.
Normalerweise bringt eine zehnjährige Anleihe mehr als eine zweijährige. Kehrt sich das um, spricht man von einer inversen Zinskurve. Der Markt sagt damit: In einigen Jahren werden die Zinsen niedriger sein als heute – und niedrigere Zinsen setzt eine Notenbank, wenn die Wirtschaft schwächelt.
Die Beobachtung ist für die Vereinigten Staaten seit den 1950er Jahren dokumentiert und gehört zu den robustesten der gesamten Makroanalyse: Praktisch jeder Rezession ging eine Inversion voraus. Deshalb wird die Kennzahl bei jeder Umkehr breit berichtet.
Warum sie trotzdem kaum nutzbar ist
Hinzu kommt ein struktureller Einwand. Die Anleihekaufprogramme der Notenbanken haben das lange Ende der Kurve über Jahre künstlich gedrückt. Ob eine Inversion dann noch dieselbe Aussage trägt wie in einem Markt ohne diese Käufe, ist unter Fachleuten offen.
Was bleibt, ist die richtige Verwendung: als Hinweis darauf, dass der Anleihemarkt eine Abkühlung einpreist – nicht als Auslöser für eine Umschichtung. Das gilt für den größten Teil dieses Bereichs.
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