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IM Invests

Makroanalyse

Die Zinsstrukturkurve

Was die Renditen verschiedener Laufzeiten zusammen ergeben und wie die Form zu lesen ist.

8 Min. LesezeitRechenweg

Die Kurve zeigt, was der Markt über Zinsen und Preise der nächsten Jahre denkt – lesbarer als jede Umfrage, weil dahinter Geld steht.

Trägt man die Renditen von Staatsanleihen desselben Schuldners nach Laufzeit auf, entsteht eine Kurve: von wenigen Monaten bis dreißig Jahre. Ihre Form enthält mehr Information als jede einzelne Rendite.

Die drei Grundformen.
FormAussehenÜbliche Deutung
normalsteigt mit der LaufzeitDer Normalfall: Wer länger verleiht, verlangt mehr
flachkurze und lange Renditen fast gleichÜbergangsphase; der Markt erwartet keine Bewegung mehr
inverskurze Renditen über den langenDer Markt erwartet fallende Zinsen, also eine Abkühlung

Warum sie normalerweise steigt

  • Erwartete Zinsen. Eine zehnjährige Rendite ist ungefähr der Durchschnitt der erwarteten kurzen Zinsen der nächsten zehn Jahre.
  • Laufzeitprämie. Wer sein Geld lange bindet, trägt mehr Unsicherheit über Inflation und verlangt dafür einen Aufschlag.
  • Angebot und Nachfrage. Versicherungen und Pensionskassen brauchen lange Papiere, um ihre Verpflichtungen abzudecken – ihre Nachfrage kann das lange Ende dauerhaft drücken.

Für Banken ist die Form unmittelbar geschäftsrelevant: Sie nehmen kurzfristig auf und verleihen langfristig. Eine steile Kurve ist ihr Geschäftsmodell, eine flache oder inverse drückt ihre Marge – und mit ihr die Bereitschaft, Kredite zu vergeben.

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