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IM Invests

Makroanalyse

Geldmenge und Kreditvergabe

Was M1, M2 und M3 unterscheiden und warum die Kreditvergabe die aussagekräftigere Größe ist.

8 Min. LesezeitAuslegung

Die Geldmenge allein sagt wenig über Preise. Entscheidend ist, ob das Geld auch umläuft – und das zeigt sich in der Kreditvergabe.

Notenbanken veröffentlichen Geldmengen in Abstufungen, geordnet nach Verfügbarkeit: Je höher die Zahl, desto mehr ist enthalten und desto länger ist es gebunden.

Die Abgrenzungen im Euroraum.
GrößeEnthältAussage
M1Bargeld und täglich fällige EinlagenWas sofort ausgegeben werden kann
M2M1 plus kurzfristige SpareinlagenWas kurzfristig mobilisierbar ist
M3M2 plus Geldmarktfondsanteile und kurze PapiereDie Größe, auf die die EZB lange geschaut hat

Die klassische Vorstellung – mehr Geld, also höhere Preise – geht auf die Verkehrsgleichung zurück. Sie ist als Buchungsidentität richtig und als Prognosewerkzeug schwach, weil zwei ihrer vier Größen selbst schwanken.

Geldmenge × Umlaufgeschwindigkeit = Preisniveau × Handelsvolumen

Steigt die Geldmenge und fällt gleichzeitig die Umlaufgeschwindigkeit, passiert bei den Preisen nichts. Genau das war zwischen 2009 und 2020 zu beobachten.

Praktisch verwertbar sind deshalb weniger die Bestandsgrößen als die Umfragen der Notenbanken zur Kreditvergabe: Wenn Banken ihre Standards straffen und die Nachfrage zugleich fällt, kühlt die Wirtschaft mit einigen Quartalen Verzögerung ab.

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