Die Geldmenge allein sagt wenig über Preise. Entscheidend ist, ob das Geld auch umläuft – und das zeigt sich in der Kreditvergabe.
Notenbanken veröffentlichen Geldmengen in Abstufungen, geordnet nach Verfügbarkeit: Je höher die Zahl, desto mehr ist enthalten und desto länger ist es gebunden.
| Größe | Enthält | Aussage |
|---|---|---|
| M1 | Bargeld und täglich fällige Einlagen | Was sofort ausgegeben werden kann |
| M2 | M1 plus kurzfristige Spareinlagen | Was kurzfristig mobilisierbar ist |
| M3 | M2 plus Geldmarktfondsanteile und kurze Papiere | Die Größe, auf die die EZB lange geschaut hat |
Die klassische Vorstellung – mehr Geld, also höhere Preise – geht auf die Verkehrsgleichung zurück. Sie ist als Buchungsidentität richtig und als Prognosewerkzeug schwach, weil zwei ihrer vier Größen selbst schwanken.
Geldmenge × Umlaufgeschwindigkeit = Preisniveau × Handelsvolumen
Steigt die Geldmenge und fällt gleichzeitig die Umlaufgeschwindigkeit, passiert bei den Preisen nichts. Genau das war zwischen 2009 und 2020 zu beobachten.
Praktisch verwertbar sind deshalb weniger die Bestandsgrößen als die Umfragen der Notenbanken zur Kreditvergabe: Wenn Banken ihre Standards straffen und die Nachfrage zugleich fällt, kühlt die Wirtschaft mit einigen Quartalen Verzögerung ab.
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