Rohstoffpreise reagieren früh, weil sie am Anfang jeder Produktionskette stehen – und sie täuschen häufig, weil auch das Angebot sie bewegt.
Wer eine Fabrik baut, kauft Kupfer, bevor er Personal einstellt, und stellt Personal ein, bevor er produziert. Rohstoffnachfrage steht deshalb zeitlich vor fast allem, was Statistikämter später messen.
| Rohstoff | Behauptete Aussage | Störgröße |
|---|---|---|
| Kupfer | Bau- und Industriekonjunktur, besonders in China | Streiks, Minenausfälle, staatliche Lagerkäufe |
| Öl | Weltweite Aktivität, zugleich Kostentreiber | Förderquoten und geopolitische Ereignisse |
| Gold | Misstrauen: Realzins, Inflationssorge, Krisenangst | Notenbankkäufe, Schmucknachfrage |
| Frachtraten | Tatsächlich transportierte Warenmenge | Schiffsangebot, Kanalsperren, Hafenstaus |
Die dritte Spalte enthält den entscheidenden Vorbehalt. Ein Preis entsteht aus Angebot und Nachfrage; als Konjunkturzeiger taugt er nur, wenn die Bewegung von der Nachfrage kommt. Fällt der Ölpreis, weil ein Förderland die Menge erhöht, sagt das über die Weltwirtschaft nichts.
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