Alpha ist immer Alpha gegenüber einem bestimmten Maßstab. Wer den Maßstab wählt, wählt zu einem guten Teil auch das Ergebnis.
Alpha ist der Teil der Rendite, den das Risiko nicht erklärt: was übrig bleibt, wenn man von der erzielten Rendite abzieht, was einem nach dem Modell für das eingegangene Marktrisiko ohnehin zugestanden hätte.
α = erzielte Rendite − (risikoloser Zins + β × Marktrendite über dem Zins)
Positiv heißt: mehr verdient, als das Risiko erklärt. Die Zahl hängt vollständig davon ab, welcher Markt eingesetzt wird und über welchen Zeitraum gerechnet wird.
Wie ein Maßstab Alpha erzeugt
- Ein Fonds mit vielen kleinen Werten, gemessen an einem Index großer Werte, zeigt in Phasen, in denen kleine Werte laufen, ein Alpha – das keines ist, sondern eine andere Anlage.
- Ein Fonds mit hohem Auslandsanteil, gemessen am Heimatindex, zeigt bei fallender Heimatwährung ein Alpha.
- Ein Fonds, der dauerhaft etwas Kasse hält, zeigt in fallenden Märkten ein Alpha und in steigenden ein negatives.
Keiner dieser drei Fälle ist Betrug, und in allen dreien ist die Zahl richtig gerechnet. Sie misst nur nicht das, was sie zu messen vorgibt. Der ehrliche Vergleich braucht einen Maßstab mit demselben Anlageuniversum.
Die Frage des Zufalls
Selbst bei sauberem Maßstab bleibt ein statistisches Problem: Bei tausenden Fonds gibt es allein durch Zufall jedes Jahr hunderte mit Überrendite. Um bei üblichen Schwankungen ein Alpha von zwei Prozentpunkten statistisch abzusichern, braucht man Zeitreihen von mehreren Jahrzehnten – länger, als die meisten Fonds und Fondsmanager existieren.
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