Das CAPM behauptet, dass nur das Mitschwingen mit dem Markt bezahlt wird. Es ist elegant, allgegenwärtig – und empirisch schlecht bestätigt.
Wenn spezifisches Risiko wegstreubar ist und deshalb nicht bezahlt wird, bleibt die Frage: Wofür genau bekommt man dann eine Rendite? Die Antwort des Capital Asset Pricing Model aus den 1960er Jahren lautet: für das Mitschwingen mit dem Gesamtmarkt, gemessen als Beta.
β = Kovarianz(Wert, Markt) ÷ Varianz(Markt) erwartete Rendite = risikoloser Zins + β × Marktrisikoprämie
Ein Beta von 1 heißt: Der Wert bewegt sich im Mittel wie der Markt. 1,5 heißt anderthalbfach so stark in beide Richtungen, 0,5 halb so stark. Ein negatives Beta bedeutet gegenläufig.
| Beta | Verhalten | Häufig bei |
|---|---|---|
| unter 0,7 | ruhiger als der Markt | Versorger, Basiskonsum, Gesundheit |
| um 1,0 | wie der Markt | breite Indizes, große Mischkonzerne |
| über 1,3 | stärker als der Markt | Technologie, Zykliker, kleine Werte |
Was das Modell leistet
Es liefert einen Preis für Risiko – und damit den Abzinsungssatz, mit dem in der Fundamentalanalyse künftige Zahlungen auf heute gerechnet werden. Ohne ein solches Modell gäbe es keinen begründbaren Zinssatz für diese Rechnung. Deshalb steckt das CAPM in fast jeder Unternehmensbewertung, auch bei denen, die es für falsch halten.
Das CAPM ist damit ein gutes Beispiel für den Umgang mit Modellen in diesem Feld: Es ist nachweislich unvollständig und wird trotzdem benutzt, weil es eine gemeinsame Sprache liefert. Wer eine Zahl daraus übernimmt, sollte wissen, wie weich sie ist.
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