Streuung beseitigt das Risiko einzelner Unternehmen und lässt das Risiko des Marktes unberührt. Nur der zweite Teil wird bezahlt.
Das Risiko einer einzelnen Aktie zerfällt in zwei Teile. Der eine gehört zum Unternehmen: schlechte Führung, ein verlorener Prozess, ein Produkt, das niemand will. Der andere gehört zum Markt: Zinsen, Konjunktur, Krieg. Nur der erste lässt sich wegstreuen.
Gesamtrisiko = spezifisches Risiko + Marktrisiko
Das spezifische Risiko verschwindet mit steigender Zahl der Positionen, weil sich unabhängige Einzelereignisse gegenseitig ausgleichen. Das Marktrisiko bleibt, egal wie viele Werte man kauft.
Daraus folgt eine Aussage, die weit über die Portfoliotheorie hinaus wirkt: Für spezifisches Risiko gibt es keine Rendite. Wer es trägt, obwohl er es kostenlos loswerden könnte, wird dafür nicht entschädigt – der Markt zahlt keine Prämie für vermeidbare Risiken.
Wie viele Positionen
Untersuchungen dazu gibt es seit den 1960er Jahren, und die Antworten sind über die Jahrzehnte gestiegen: Frühe Arbeiten nannten zehn bis fünfzehn Werte, spätere deutlich mehr, weil die Einzelwerte selbst schwankungsstärker geworden sind. Der Verlauf ist dabei wichtiger als die Zahl – der Nutzen fällt steil ab.
- Von einer auf zehn Positionen verschwindet der größte Teil des spezifischen Risikos.
- Von zehn auf dreißig kommt noch ein spürbarer Rest hinzu.
- Von dreißig auf dreihundert ändert sich wenig – außer den Kosten der Verwaltung.
Wo Streuung nur so aussieht
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