Zu jedem Risikoniveau gibt es genau eine Mischung mit der höchsten erwarteten Rendite. Alle anderen sind schlechter, ohne dafür etwas zu bieten.
Trägt man alle denkbaren Mischungen aus einem Vorrat von Anlagen in ein Diagramm ein – Risiko waagerecht, erwartete Rendite senkrecht –, entsteht eine Fläche. Ihre obere linke Kante ist die Effizienzlinie: Auf ihr liegen die Mischungen, zu denen es keine bessere gibt.
Alles unterhalb der Linie ist ineffizient: Zu jedem dieser Punkte gibt es eine Mischung mit gleichem Risiko und höherer Rendite oder mit gleicher Rendite und geringerem Risiko. Oberhalb der Linie liegt nichts – dort ist mit den vorhandenen Bausteinen nichts zu holen.
Was der risikolose Zins ändert
Nimmt man eine risikolose Anlage hinzu, wird aus der gekrümmten Linie eine Gerade: Man mischt die risikolose Anlage mit genau einem Punkt auf der Effizienzlinie – dem Tangentialportfolio. Diese Gerade liegt über der gesamten alten Linie. Daraus folgt die praktisch bedeutsamste Aussage der Theorie: Für die Aufteilung braucht es nur zwei Entscheidungen – welches riskante Portfolio, und wie viel davon.
Was aus der Theorie in der Praxis übrig bleibt, ist deshalb nicht die Optimierung, sondern die Denkweise: dass Anlagen zusammen betrachtet werden müssen, dass Streuung Risiko ohne Renditeverzicht senkt und dass die Aufteilung zwischen riskant und sicher die eigentliche Stellschraube ist.
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