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IM Invests

Portfoliotheorie

Faktoren

Größe, Bewertung, Momentum, Qualität: die Merkmale, die Renditeunterschiede erklären sollen – und der Verdacht gegen sie.

9 Min. LesezeitAuslegung

Faktoren erklären Renditeunterschiede besser als das Marktrisiko allein. Ob sie eine Prämie oder ein Fund der Datensuche sind, ist offen.

Nachdem sich gezeigt hatte, dass Beta allein die Renditeunterschiede zwischen Aktien nur schlecht erklärt, suchten Eugene Fama und Kenneth French nach weiteren Merkmalen. Ihr Modell von 1992 fügte zwei hinzu: die Unternehmensgröße und das Verhältnis von Buchwert zu Marktwert.

Die am häufigsten genannten Faktoren.
FaktorMerkmalBehauptete Begründung
Größekleine UnternehmenHöheres Ausfallrisiko, schlechtere Handelbarkeit
Bewertungniedriges Kurs-Buchwert-VerhältnisUnternehmen in Schwierigkeiten, dafür Risikoprämie
Momentumzuletzt gut gelaufenKeine risikobasierte – am ehesten verhaltensbedingt
Qualitäthohe, stabile KapitalrenditeWiderspricht der Risikologik: mehr Rendite bei weniger Risiko
Geringe Schwankungruhige AktienEbenfalls gegen die Logik – und trotzdem gut belegt

Die letzten beiden Zeilen sind der wunde Punkt. Ein Faktor gilt als erklärbar, wenn seine Mehrrendite eine Entschädigung für ein Risiko ist. Bei Qualität und geringer Schwankung ist es umgekehrt: Dort verdient man mehr bei weniger Risiko. Das ist nach der Theorie nicht vorgesehen.

Der Faktorzoo

In der Fachliteratur sind inzwischen mehrere hundert Faktoren veröffentlicht worden. Bei so vielen Untersuchungen an denselben Kursreihen ist es statistisch sicher, dass ein Teil davon reiner Zufallsfund ist. Arbeiten, die den üblichen Signifikanzmaßstab an die Zahl der Versuche anpassen, halten nur eine Minderheit für belastbar.

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