Direkt zum Inhalt springen
IM Invests

Cost-Average & Sparplan · Stufe 1 von 3

Sparplan einfach erklärt

Nach dieser Stufe verstehst du den Durchschnittskosteneffekt an einem durchgerechneten Beispiel – und weißt, warum er nicht der eigentliche Grund für einen Sparplan ist.

Beginner10 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
9:19 übrig

Ein Sparplan ist ein Dauerauftrag, der statt auf ein Konto in ein Wertpapier geht. Jeden Monat derselbe Betrag, unabhängig davon, wie die Kurse gerade stehen. Genau daraus entsteht ein Effekt, den man leicht übersieht.

Derselbe Betrag kauft verschieden viel

Angenommen, du legst 100 € im Monat an, und der Kurs schwankt über ein halbes Jahr kräftig:

100 € monatlich bei schwankendem Kurs
MonatKurs je AnteilGekaufte Anteile
150 €2,00
240 €2,50
325 €4,00
440 €2,50
550 €2,00
650 €2,00
Eingezahlt
600 €
Anteile insgesamt
15,00
Durchschnittlich gezahlt je Anteil
40,00 €
Durchschnitt der sechs Kurse
42,50 €

Du hast im Schnitt 40,00 € je Anteil bezahlt, obwohl der mittlere Kurs bei 42,50 € lag. Der Grund ist schlicht: In den billigen Monaten hat dieselbe Rate mehr Anteile gekauft, und diese Monate wiegen deshalb in deinem Durchschnitt schwerer. Das ist der Durchschnittskosteneffekt.

Der eigentliche Vorteil

Ein Sparplan beantwortet die Frage „ist jetzt ein guter Zeitpunkt?“ ein für alle Mal mit: egal. Und das ist mehr wert als jeder Rechenvorteil, denn diese Frage ist unbeantwortbar und hält Menschen jahrelang davon ab, überhaupt anzufangen.

  • Er läuft ohne Entscheidung. Wer jeden Monat neu entscheiden muss, entscheidet irgendwann gegen sich – nach schlechten Nachrichten setzt man aus, und das sind erfahrungsgemäß die günstigen Monate.
  • Er passt zum Einkommen. Die meisten Menschen haben keine große Summe, sondern einen monatlichen Überschuss. Für sie stellt sich die Frage Einmalanlage gegen Sparplan gar nicht.
  • Er funktioniert mit kleinen Beträgen. Bruchstücke von Anteilen machen jede Rate möglich, auch 25 Euro.

Praktisch einrichten

  1. Notgroschen zuerst. Drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto. Ohne ihn wird der Sparplan zur Notreserve – und dann verkauft man im ungünstigsten Moment.
  2. Rate wählen, die auch in einem schlechten Monat trägt. Lieber 100 Euro durchhalten als 300 nach einem halben Jahr abbrechen.
  3. Kosten je Ausführung prüfen. Ein Euro auf 25 Euro Rate sind vier Prozent – mehr, als die laufenden Kosten eines ETF in zehn Jahren ausmachen. Viele Broker führen Sparpläne kostenfrei aus.
  4. Termin ist fast egal. Ob am Ersten oder am Fünfzehnten gekauft wird, macht über Jahrzehnte keinen erkennbaren Unterschied.
Nicht der Sparplan ist klug, sondern die feste Rate: Sie kauft automatisch mehr, wenn es billig ist, und weniger, wenn es teuer ist.

Was am Ausführungstag tatsächlich passiert

Der Broker bucht die Rate ein oder zwei Tage vorher vom Verrechnungskonto ab und kauft am Ausführungstag. Gekauft wird zu einem Kurs, meist einmal am Vormittag – nicht zum Tagesdurchschnitt und nicht zu einem Kurs, den du bestimmst. Ein Limit gibt es bei Sparplänen nicht, und das ist richtig so: Ein Limit, das nicht erreicht wird, hieße Rate nicht ausgeführt, und damit wäre der ganze Zweck dahin.

Weil eine Rate selten genau auf einen ganzen Anteil passt, bekommst du Bruchstücke – 0,0731 Anteile eines ETF sind völlig normal. Sie verhalten sich wie ganze Anteile: Sie steigen und fallen mit dem Kurs und bekommen ihren Anteil an den Ausschüttungen. Ein Punkt ist trotzdem zu kennen: Bei einem Depotwechsel zu einem anderen Broker lassen sich Bruchstücke oft nicht übertragen, sondern werden verkauft. Das ist verkraftbar, aber es ist ein steuerpflichtiger Verkauf.

Der Fehler, der am meisten kostet

Es ist nicht die falsche Rate und nicht der falsche Termin. Es ist das Aussetzen im Rückgang. Wer den Sparplan pausiert, weil die Kurse gefallen sind, streicht genau die Monate, in denen die Rate am meisten Anteile kauft – und schaltet damit den einen Effekt ab, wegen dem der Sparplan überhaupt beworben wird. Wieder eingestiegen wird erfahrungsgemäß erst, wenn es sich wieder gut anfühlt, also nach der Erholung und damit teurer.

Der praktische Schutz dagegen ist nicht Disziplin, sondern die Höhe der Rate. Sie muss so gewählt sein, dass sie auch in einem schlechten Monat nicht wehtut – dann gibt es keinen Anlass, die Ausnahme zu machen. Eine Rate, die man drei Jahre durchhält, schlägt jede Rate, die man nach acht Monaten aussetzt.

Was du dir merken solltest

  • Dieselbe Rate kauft bei niedrigen Kursen mehr Anteile – daher der niedrigere Durchschnittspreis.
  • Der Effekt ist kein Renditevorteil; er setzt fallende Kurse voraus.
  • Der wirkliche Wert liegt darin, dass keine Zeitpunktentscheidung mehr nötig ist.
  • Notgroschen vor Sparplan, und eine Rate, die auch in schlechten Monaten trägt.
  • Gekauft wird zu einem festen Zeitpunkt und ohne Limit – Bruchstücke sind der Normalfall.
  • Rate ändern, aussetzen und das Wertpapier wechseln kosten nichts. Nur Verkaufen kostet.
  • Der teuerste Fehler ist das Aussetzen im Rückgang – dort wirkt der Sparplan am stärksten.

Wissenscheck

Teste dein Wissen zu „Beginner“

4 Fragen, eine richtige Antwort pro Frage. Nach jeder Antwort bekommst du die Begründung – auch wenn du richtig lagst. Es gibt kein Zeitlimit und keine Bewertung, die irgendwo landet.

IM Invests · https://iminvests.de/lernen/cost-average-sparplan/beginner/