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IM Invests

Cost-Average & Sparplan · Stufe 3 von 3

Sparplan auf Profi-Niveau

Wie sich ein Sparplan steuern lässt, warum neue Raten das beste Rebalancing-Werkzeug sind und wie der Übergang zur Entnahme aussieht.

Profi11 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Dynamisierung: die Rate wächst mit

Eine feste Rate über dreißig Jahre wird real immer kleiner. Bei 2,5 Prozent Inflation hat sie nach dreißig Jahren nur noch knapp die Hälfte ihrer heutigen Kaufkraft. Wer die Rate jährlich um die Inflationsrate oder um die eigene Gehaltssteigerung erhöht, hält sie real konstant – und erhöht das Endvermögen erheblich, ohne dass es sich in irgendeinem Monat nach Verzicht anfühlt.

Der Unterschied entsteht nicht durch Rendite, sondern durch Einzahlung. Deshalb ist die Dynamisierung die einzige wirksame Stellschraube, die keine Prognose braucht.

Rebalancing über neue Raten statt über Verkäufe

Wer mehrere Bausteine hält – etwa einen Welt-ETF und einen Schwellenländer-ETF –, verschiebt deren Verhältnis mit jeder Kursbewegung. Der klassische Weg zurück zur Zielgewichtung ist, den gestiegenen Teil zu verkaufen und den gefallenen zu kaufen. Das löst Steuern aus und kostet Gebühren.

In der Ansparphase gibt es einen besseren Weg: Die neuen Raten fließen dorthin, wo etwas fehlt. Ist der Aktienanteil zu hoch, geht die nächste Rate in den Anleiheteil. Kein Verkauf, keine Steuer, keine Verkaufsgebühr. Das funktioniert, solange die neuen Einzahlungen im Verhältnis zum Bestand groß genug sind – bei einem Depot von 400.000 Euro und 300 Euro Rate im Monat verschiebt sich damit nichts mehr, und man kommt um Verkäufe nicht herum.

Value Averaging: klingt besser, als es ist

Beim Value Averaging wird nicht ein fester Betrag eingezahlt, sondern das Depot soll um einen festen Betrag wachsen. Ist der Markt gestiegen, zahlt man weniger ein oder verkauft sogar; ist er gefallen, zahlt man mehr. Rechnerisch kauft man dadurch noch stärker antizyklisch als beim gewöhnlichen Sparplan.

Der Übergang in die Entnahmephase

Ein Sparplan endet nicht an einem Stichtag. Der Übergang beginnt Jahre vor der ersten Entnahme, und zwar aus einem Grund, der in der Ansparphase keine Rolle spielt: dem Sequenzrisiko. Fällt der Markt kurz nach Beginn der Entnahmen, werden Anteile zu niedrigen Kursen verkauft, und diese Anteile fehlen dauerhaft.

  1. Fünf bis zehn Jahre vorher: den Anteil schwankungsarmer Anlagen schrittweise erhöhen – über die laufenden Raten, nicht über Verkäufe.
  2. Zwei bis drei Jahre vorher: einen Puffer aufbauen, aus dem sich schlechte Jahre überbrücken lassen, ohne Anteile zu verkaufen.
  3. Beim Übergang: von thesaurierend auf ausschüttend wechseln ist möglich, aber ein Verkauf mit Steuerfolge. Oft genügt es, die Ausschüttungen eines neuen Bausteins zu nutzen und den alten liegen zu lassen.
  4. Während der Entnahme: flexibel statt fest entnehmen. Wer in einem Rückgangsjahr weniger braucht, verkauft weniger zum Tiefstkurs.

Was du dir merken solltest

  • Eine feste Rate schrumpft real – Dynamisierung hält sie konstant, ohne dass es weh tut.
  • In der Ansparphase ist die nächste Rate das steuerfreie Rebalancing-Werkzeug.
  • Value Averaging verlangt die größten Einzahlungen im ungünstigsten Moment.
  • Der Übergang zur Entnahme beginnt Jahre vorher, nicht am Stichtag.

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