Bestandsprovisionen: die unsichtbarste Kostenebene
Ein erheblicher Teil der laufenden Fondskosten fließt nicht an die Fondsgesellschaft, sondern zurück an den Vertrieb – an die Bank oder den Vermittler, über den der Fonds verkauft wurde. Diese Bestandsprovision wird jährlich gezahlt, solange der Fonds im Depot liegt, und beträgt oft die Hälfte der Verwaltungsvergütung.
Erfolgsabhängige Vergütung – auf die Bedingungen kommt es an
Eine Performance-Fee klingt fair: Der Manager verdient nur, wenn er liefert. Ob das stimmt, hängt an drei Bedingungen, die im Verkaufsprospekt stehen.
| Bedingung | Was sie bewirkt |
|---|---|
| Hochwassermarke | Ohne sie kann derselbe Wertzuwachs nach einem Verlustjahr ein zweites Mal vergütet werden. Mit ihr muss der alte Höchststand erst wieder erreicht sein. |
| Vergleichsmaßstab | Gegen den risikolosen Zins gemessen ist eine Aktienrendite fast immer eine „Überrendite“. Gegen einen passenden Index gemessen wird es anspruchsvoll. |
| Abrechnungszeitraum | Jährlich abgerechnet zahlt man in guten Jahren, ohne dass schlechte gegengerechnet werden. Über mehrere Jahre ist es ausgewogener. |
Eine Performance-Fee ohne Hochwassermarke, gemessen gegen den Geldmarktzins und jährlich abgerechnet, ist im Kern eine erhöhte Verwaltungsvergütung mit besserem Namen.
Wo Sparen an Kosten schadet
Kosten zu senken ist der zuverlässigste Renditehebel – aber nicht unbegrenzt. An vier Stellen ist die billigste Variante die schlechtere.
- Sehr kleine Fonds. Ein Fondsvolumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich rechnet sich für den Anbieter kaum. Die Schließung ist wahrscheinlicher, und sie schreibt Gewinne zu einem Zeitpunkt fest, den man nicht gewählt hat.
- Exotische Handelsplätze. Ein Handelsplatz ohne Gebühr, aber mit doppeltem Spread ist teurer, nicht günstiger. Die Gegenprobe ist der Vergleich mit dem Referenzkurs zur selben Sekunde.
- Ausländische Broker ohne Steuerabwicklung. Die Gebührenersparnis wird mit Eigenarbeit und Fehlerrisiko bezahlt. Bei einem einfachen Depot vertretbar, bei vielen Positionen selten.
- Versicherungen. Der günstigste Tarif ist wertlos, wenn die Bedingungen den Leistungsfall ausschließen. Hier entscheidet der Vertragstext, nicht der Beitrag.
Was du dir merken solltest
- Bestandsprovisionen erklären, warum ein Berater bestimmte Fonds empfiehlt – nachzulesen in der jährlichen Kosteninformation.
- Eine Performance-Fee ist nur ohne Hochwassermarke und mit schwachem Maßstab ein schlechtes Geschäft – beides steht im Prospekt.
- Bei standardisierten Produkten ist billiger besser, bei Leistungsversprechen entscheidet der Inhalt.
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