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IM Invests

Schuldverschreibung · Stufe 1 von 3

Was du kaufst, wenn du Geld verleihst

Die vier Grundbegriffe, der Unterschied zur Aktie – und das eine Risiko, auf das es ankommt.

Beginner11 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Eine Aktie macht dich zum Miteigentümer. Eine Schuldverschreibung macht dich zum Gläubiger: Du leihst Geld her und bekommst dafür ein Versprechen – Zinsen während der Laufzeit und den Betrag am Ende zurück. Das klingt nach der sichereren Variante, und oft ist es das auch. Wovon es abhängt, ist der Inhalt dieser Stufe.

Die vier Grundbegriffe

Was auf jedem Papier steht
BegriffBedeutungBeispiel
NennwertDer Betrag, der am Laufzeitende zurückgezahlt wird1.000 € je Stück – üblich sind 1.000 €, bei Neuemissionen auch 100.000 €
KuponDer feste Zinssatz, jährlich auf den Nennwert3 % Kupon bedeutet 30 € im Jahr je 1.000 € Nennwert
LaufzeitBis wann geliehen wird, mit festem FälligkeitsterminVon wenigen Monaten bis zu dreißig Jahren
EmittentWer das Geld leiht und zurückzahlen mussStaat, Bank, Unternehmen – hier entscheidet sich alles

Gläubiger gegen Eigentümer

Zwei Rollen, zwei Rechtepakete
AktieSchuldverschreibung
RolleMiteigentümerGläubiger
AnspruchAnteil am Gewinn, wenn er anfälltZins und Rückzahlung, vertraglich zugesagt
MitspracheStimmrecht auf der HauptversammlungKeines
Bei gutem VerlaufUnbegrenzte Beteiligung am ErfolgGenau der vereinbarte Kupon, nicht mehr
In der InsolvenzZuletzt bedient – meist TotalverlustVor den Aktionären, aber hinter besicherten Gläubigern

Die letzte Zeile ist die wichtigste und wird am häufigsten missverstanden. „Vor den Aktionären“ heißt nicht „an erster Stelle“. Vor dir stehen Sicherheiten, Löhne, Steuern und oft besicherte Kredite. Was danach übrig ist, wird unter den einfachen Gläubigern verteilt.

Vor dem Anleihegläubiger stehen zwei Stufen, hinter ihm zwei. Das ist der ganze Unterschied zur Aktie – und er ist kleiner, als „vorrangig“ klingt.

Das entscheidende Risiko

Bei einer Schuldverschreibung gibt es genau ein Risiko, das alles andere überlagert: Zahlt der Schuldner? Alle anderen Größen – Kurs, Laufzeit, Zinsniveau – bewegen den Wert. Ein Ausfall vernichtet ihn.

Der letzte Punkt hat 2008 in Deutschland viele getroffen: Zertifikate der Investmentbank Lehman Brothers waren über Bankfilialen breit verkauft worden. Als die Bank zusammenbrach, waren die Papiere praktisch wertlos – die zugrunde liegenden Indizes spielten dabei keine Rolle. Bei einem Fonds wäre das nicht passiert: Ein Fonds ist Sondervermögen und gehört nicht der Bank.

Wofür Anleihen im Depot gut sind

Nicht für die Rendite – die ist auf lange Sicht niedriger als am Aktienmarkt, und das ist kein Mangel, sondern der Zweck. Anleihen haben zwei andere Aufgaben, und beide betreffen die Zeit.

  1. Ein bekannter Betrag zu einem bekannten Termin. Wer weiß, dass er in vier Jahren eine bestimmte Summe braucht, kann eine Anleihe mit passender Laufzeit kaufen und kennt sein Ergebnis am Kauftag. Das kann keine Aktie.
  2. Ruhe im Depot. Ein Anleiheteil schwankt weniger als der Aktienteil und dämpft damit den Ausschlag des Ganzen. Er ist der Grund, warum man den Aktienteil durchhält – dieselbe Aufgabe wie die des Tagesgelds, nur mit etwas mehr Ertrag und etwas mehr Bewegung.

Was du dir merken solltest

  • Der Kupon bezieht sich auf den Nennwert, nicht auf deinen Kaufpreis.
  • Gläubiger stehen vor Aktionären, aber hinter besicherten Gläubigern.
  • Ein hoher Kupon ist der Preis für ein Risiko, kein Sonderangebot.
  • Zertifikate sind Schuldverschreibungen der ausgebenden Bank – Fonds sind Sondervermögen.
  • Anleihen liefern einen bekannten Betrag zu einem bekannten Termin – dafür sind sie da, nicht für Rendite.
  • Die Laufzeit entscheidet über die Schwankung. 2022 traf das die langen, nicht die schlechten.

Wissenscheck

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4 Fragen, eine richtige Antwort pro Frage. Nach jeder Antwort bekommst du die Begründung – auch wenn du richtig lagst. Es gibt kein Zeitlimit und keine Bewertung, die irgendwo landet.

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