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IM Invests

Währungen & Wechselkurse · Stufe 1 von 3

Einen Kurs lesen und seine Wirkung verstehen

Was EUR/USD 1,10 bedeutet, was Kurse bewegt – und was mit deiner Rendite passiert, wenn sich nur die Währung ändert.

Beginner11 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Ein Währungspaar nennt immer zwei Währungen, und die Reihenfolge entscheidet über die Lesart. EUR/USD 1,10 heißt: Ein Euro kostet 1,10 US-Dollar. Steigt die Zahl, ist der Euro stärker geworden. Fällt sie, ist der Dollar stärker geworden.

Was Kurse bewegt

Vier Treiber, nach Zeithorizont
TreiberWirkungZeithorizont
ZinsdifferenzKapital fließt dorthin, wo es mehr Zins gibt – die Währung wertet aufTage bis Monate. Der stärkste kurzfristige Treiber
InflationsunterschiedWo Preise schneller steigen, verliert die Währung an Kaufkraft und tendenziell an WertJahre bis Jahrzehnte
Handelsbilanz und KapitalströmeWer mehr exportiert als importiert, erzeugt Nachfrage nach seiner WährungMonate bis Jahre
Sichere HäfenIn Krisen fließt Geld in Franken, Dollar und Yen – unabhängig von allen anderen GrößenTage. Und regelmäßig entgegen jeder anderen Logik

Was das mit deiner Rendite macht

Ein Beispiel, an dem sich alles zeigt. Du legst 10.000,00 € in einer US-Aktie an, bei einem Kurs von EUR/USD 1,10. Die Aktie steigt in Dollar um 10 % – das ist in jedem Fall so. Was am Ende in Euro herauskommt, hängt allein am Wechselkurs beim Rücktausch:

10.000,00 € in einer US-Aktie, 10 % Kursgewinn in Dollar
EUR/USD am EndeErgebnis in EuroRendite in EuroDavon Währung
1,0012.100,00 €21,0 %10,0 %
1,1011.000,00 €10,0 %0,0 %
1,2010.083,33 €0,8 %−8,3 %
1,309.307,69 €−6,9 %−15,4 %

Der wichtigste Irrtum

Ein weltweit anlegender ETF wird in Euro gehandelt. Viele schließen daraus, es gebe kein Währungsrisiko. Das ist falsch: Die Handelswährung ist nicht das Währungsrisiko. Der ETF hält Aktien von Unternehmen, die überwiegend in Dollar bilanzieren und wirtschaften. Fällt der Dollar, fällt der Eurowert dieser Beteiligungen – die Euro-Notierung rechnet das nur um, sie schützt nicht davor.

Dasselbe gilt in der Gegenrichtung: Ein in Dollar gehandelter ETF auf europäische Aktien trägt kein nennenswertes Dollarrisiko. Entscheidend ist immer, worin die enthaltenen Unternehmen ihr Geld verdienen – nicht, in welcher Währung das Papier notiert.

Bei einer Anlage in fremder Währung wettet man immer auf zwei Dinge zugleich. Der Wechselkurs kann das eine vollständig auffressen.

Absichern – und warum es meist nicht lohnt

Es gibt Fonds, die das Währungsrisiko herausnehmen; sie heißen währungsgesichert oder tragen „EUR hedged“ im Namen. Technisch wird dabei laufend ein Termingeschäft abgeschlossen, das die Fremdwährung auf einen festen Kurs festzurrt. Das funktioniert – aber es ist nicht umsonst, und der Preis ist nicht die Gebühr, die im Prospekt steht.

Bezahlt wird die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungsräumen. Liegen die US-Zinsen zwei Prozentpunkte über den europäischen, kostet die Absicherung ungefähr diese zwei Prozentpunkte pro Jahr – Jahr für Jahr, unabhängig davon, ob sich der Kurs überhaupt bewegt. Dazu kommt die etwas höhere Kostenquote. Über zwanzig Jahre ist das ein erheblicher Betrag für eine Versicherung gegen etwas, das sich über solche Zeiträume erfahrungsgemäß ohnehin ausgleicht.

Wo Wechselkurse im Alltag auftauchen

Nicht nur im Depot. Wer eine Auslandsüberweisung tätigt, im Urlaub mit Karte zahlt oder online in Dollar bestellt, bezahlt jedes Mal einen Kurs – nur steht er selten daneben. Der Unterschied zwischen dem Devisenkurs und dem, was tatsächlich abgebucht wird, liegt je nach Anbieter zwischen unter einem Prozent und deutlich über fünf.

Was du dir merken solltest

  • EUR/USD 1,10 heißt: ein Euro kostet 1,10 Dollar. Steigt die Zahl, ist der Euro stärker.
  • Zinsdifferenzen wirken kurzfristig am stärksten, Inflationsunterschiede über Jahrzehnte.
  • Kurs- und Währungseffekt multiplizieren sich; ein starker Euro kann den Kursgewinn aufzehren.
  • Die Handelswährung eines ETF sagt nichts über sein Währungsrisiko.
  • Absicherung kostet die Zinsdifferenz – bei Anleihen sinnvoll, beim langfristigen Aktienteil selten.
  • Im Ausland nie „in Euro abrechnen“ wählen. Das ist der teuerste Wechselkurs des Alltags.

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