Die US-Bundespolizei FBI macht nach Angaben des Handelsblatts die nordkoreanische Hackergruppe „TraderTraitor“ für den Krypto-Diebstahl bei der Börse Binance verantwortlich. Betroffen sind nach bisherigen Schätzungen Werte von 6,3 Milliarden Dollar – der größte digitale Diebstahl, der bislang bekannt wurde.
Auszahlungen laufen wieder, doch Geld fließt ab
Binance hat die Kundenauszahlungen nach Angaben der WirtschaftsWoche wieder freigegeben. Nach CNBC-Berechnungen flossen der Börse in der Folge netto 3,64 Milliarden Dollar ab – umgerechnet 2,1 Prozent ihrer gesamten Vermögenswerte.
Warum Nettoabflüsse die aussagekräftigere Kennzahl sind
Eine einzelne Auszahlung sagt wenig; erst der Saldo aus allen Ein- und Auszahlungen zeigt, ob Kundinnen und Kunden einer Börse insgesamt vertrauen. 2,1 Prozent der Vermögenswerte sind ein Teilabzug, kein Ansturm, der eine Börse sofort zahlungsunfähig machen würde – eine Kennzahl, mit der sich auch ein klassischer Bank Run einordnen lässt.
Der Lehrwinkel: Eine Kryptobörse ist keine Bank
Für Bankguthaben bis 100.000 Euro greift in Deutschland die gesetzliche Einlagensicherung, finanziert von den Banken selbst. Für Guthaben auf einer Kryptobörse gibt es keine vergleichbare, gesetzlich garantierte Sicherung – wessen Geld dort liegt, trägt im Fall eines Diebstahls grundsätzlich das volle Risiko, unabhängig davon, wie kulant eine Börse sich anschließend zeigt.
Was daraus folgt: Wer Kryptowährungen über eine Börse hält statt in einer eigenen Wallet, tauscht Bequemlichkeit gegen ein Risiko, das es bei einem Bankkonto in dieser Form nicht gibt – unabhängig davon, wie der aktuelle Fall bei Binance ausgeht.
Quellen
- handelsblatt.com, Artikel vom 1.11.2026, 14:30 Uhr: „Hackerangriff: FBI: Nordkoreanische Hacker stecken hinter milliardenschwerem Krypto-Diebstahl bei Binance“
- cnbc.com, Artikel vom 2.11.2026, 01:11 Uhr: „Binance sees $3.64 billion in net outflows as withdrawals resume after massive hack“
- wiwo.de, Artikel vom 1.11.2026, 11:44 Uhr: „Cyberangriff: Binance gibt Kundenauszahlungen nach Hackerangriff frei“
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IM Invests · https://iminvests.de/news/binance-fbi-nordkorea-abfluesse/