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Gold steigt auf 4.137 Dollar – während die Aktienmärkte Rekorde feiern

Das Metall legt um rund anderthalb Prozent zu, obwohl Dow und S&P 500 Bestmarken erreichen. Der vermeintliche Widerspruch beruht auf einer falschen Regel.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Am Mittwochmorgen steht Gold bei 4.137 Dollar je Unze, ein Plus von rund anderthalb Prozent – am selben Morgen, an dem die Wall Street mit Rekorden für Dow und S&P 500 aus dem Vortag kommt. Nach der landläufigen Regel dürfte das nicht zusammen passieren: Gold gilt als „sicherer Hafen", der steigt, wenn Aktien fallen.

Die Regel ist keine Regel, sondern eine Beobachtung

Gold und Aktien laufen nicht systematisch gegeneinander. Ihre Korrelation – das Maß dafür, wie stark zwei Kurse gemeinsam schwanken – ist über lange Zeiträume nahe null. Nahe null heißt nicht „gegenläufig", sondern „ohne festen Zusammenhang". Beide können am selben Tag steigen, beide fallen, und das eine steigen, während das andere fällt.

Was heute Morgen mitspielen kann

Der Goldpreis in Dollar hat zwei Treiber, die sich an einem Tag wie diesem beide melden können: die Zinserwartung – sie war gestern Thema, weil die US-Arbeitsmarktdaten anstehen – und der Dollarkurs selbst. Der Euro steht bei 1,1536 Dollar und damit leicht fester; ein schwächerer Dollar hebt den Dollarpreis von Gold rechnerisch an, ohne dass sich für einen Käufer im Euroraum etwas ändern muss.

Welcher der beiden Treiber hier überwiegt, geht aus den Kurstafeln nicht hervor – und wird hier deshalb nicht behauptet.

Was daraus folgt: „Gold steigt, wenn es kracht" ist eine Faustregel für Krisentage, keine Beschreibung des Normalfalls. Wer Gold als Beimischung hält, sollte es für die fehlende Kopplung tun – nicht für eine Gegenläufigkeit, auf die kein Verlass ist.

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