Gold startet schwächer in den Freitag. Auf dem Tagesprogramm stehen laut Goldreporter die Inflationsdaten aus der Eurozone und die Verteidigung der charttechnisch relevanten Marke von 4.100 US-Dollar. Schon am Donnerstag hatte das Metall nachgegeben – genannt wurden die Fed und steigende Renditen.
Warum in derselben Analyse zwei Zahlen stehen
Auffällig ist nicht die Richtung, sondern die Schreibweise: Als Schlüssel für einen Trendwechsel nennt dieselbe Quelle 4.100 USD und 3.600 EUR. Das sind nicht zwei Meinungen über einen Preis, sondern zwei Preise – und wer nur einen davon verfolgt, sieht die halbe Bewegung.
Gold wird international in Dollar je Feinunze gehandelt. Was ein Anleger im Euroraum bezahlt, entsteht erst durch eine zweite Rechnung: Dollarpreis geteilt durch den Wechselkurs Euro/Dollar. Ein Euro-Goldpreis hat deshalb immer zwei Ursachen.
Und was eine „Marke“ ist – und was nicht
Eine charttechnisch relevante Marke ist keine Aussage über den Wert einer Feinunze. Sie ist eine Zahl, an der in der Vergangenheit auffällig viele Aufträge lagen, und sie wirkt vor allem, weil viele Marktteilnehmer sie beobachten. Das macht sie nicht wertlos – aber es macht sie zu einer Aussage über das Verhalten der Beteiligten, nicht über das Metall.
Was daraus folgt: Wer eine Meldung über den Goldpreis liest, prüft zuerst die Währung. Ohne sie ist die Zahl unvollständig – und zwei Berichte, die sich zu widersprechen scheinen, meinen oft schlicht zwei verschiedene Preise.
Quellen
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