An der Börse in London kostete eine Feinunze Gold – etwa 31,1 Gramm – am Dienstag 4.034 US-Dollar und damit 41 Dollar weniger als am Vortag, ein Minus von 0,88 Prozent. Der Grund lag weniger beim Gold als beim Dollar: Die US-Währung rückte in die Nähe eines Ein-Monats-Hochs, weil immer mehr Handelsdaten auf eine Zinserhöhung im September hindeuten.
Zwei Hebel, ein Preis
Gold wird weltweit in Dollar gehandelt. Wer in Deutschland kauft, zahlt in Euro – und dieser Euro-Preis entsteht aus zwei voneinander unabhängigen Größen:
- dem Dollarpreis der Unze, den Angebot und Nachfrage weltweit bestimmen,
- dem Wechselkurs Euro zu Dollar, der davon unabhängig schwankt.
Beide können sich gegenläufig bewegen. Ein steigender Dollar verteuert Gold für alle, die in anderen Währungen kaufen – und drückt gleichzeitig den Dollarpreis, weil er Käufer außerhalb der USA abschreckt. Für einen Anleger im Euroraum heben sich diese Effekte teilweise auf. Wer nur die Dollarnotierung liest, sieht deshalb nicht, was in seinem Depot passiert ist.
Was daraus folgt
Wer Gold als Absicherung hält, hält immer auch eine Wette auf den Dollar – ob er will oder nicht. Das ist kein Argument dagegen, aber ein Grund, den eigenen Ertrag in Euro zu messen und nicht in der Währung, in der zufällig gehandelt wird. Bemerkenswert ist an diesem Dienstag noch etwas anderes: Auch die zuletzt gefallenen Ölpreise und die damit nachlassenden Inflationsgefahren stützten den Goldpreis nicht.
Quellen
- ARIVA: Goldpreis gibt nach – Warten auf US-Zinsentscheidung (28.07.2026)
- finanzen.at: US-Zinsentscheidung voraus – Goldpreis gibt nach (28.07.2026)
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