Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juli stärker verbessert als erwartet. Das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima stieg laut der am Freitag veröffentlichten zweiten Schätzung um 5,7 Punkte auf 55,2 Punkte. Volkswirte hatten mit einer Revision auf 54,0 Punkte gerechnet; in der ersten Schätzung waren 54,4 Punkte ermittelt worden.
Drei Zahlen, die leicht durcheinandergeraten
| Angabe | Wert | Was sie bedeutet |
|---|---|---|
| Erste Schätzung | 54,4 Punkte | Ergebnis der zuerst eingegangenen Antworten, meist Mitte des Monats |
| Erwartung | 54,0 Punkte | Was Volkswirte für die Revision vorhergesagt hatten |
| Zweite Schätzung | 55,2 Punkte | Ergebnis nach vollständiger Erhebung |
Eine Revision ist keine Korrektur eines Fehlers. Die erste Schätzung beruht auf einem Teil der Befragten, die zweite auf allen. Dass sich der Wert dabei verschiebt, ist der Normalfall und kein Anzeichen für Schlamperei.
Ein Index ohne Einheit
Die 55,2 Punkte sind kein Preis, kein Prozentsatz und keine Menge. Der Index ist auf ein Basisjahr normiert; sein Wert bedeutet für sich genommen nichts. Aussagekraft bekommt er erst im Vergleich – zum Vormonat, zum Vorjahr, zur Erwartung. Der Bericht hält denn auch fest, dass die Stimmung trotz der Verbesserung trüber ist als vor einem Jahr.
Und noch etwas unterscheidet einen Stimmungsindex von einer Konjunkturzahl: Er misst, was Menschen sagen, nicht was sie tun. Zwischen beidem liegt regelmäßig eine Lücke – gefragt wird nach der Einschätzung, gezählt wird später der Umsatz.
Was daraus folgt: Bei jeder Stimmungszahl lohnt die Frage, ob es die erste oder die zweite Fassung ist und woran sie gemessen wird. Ohne diese beiden Angaben ist ein Punktwert eine Zahl ohne Bedeutung.
Quellen
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