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Microsoft überzeugt – die Aktie war zuvor 30 Prozent gefallen

Umsatz 90,0 statt erwarteter 87,7 Milliarden Dollar, Gewinn je Aktie 4,81 statt 4,25 – die Aktie sprang. Leichter fiel das nach zuvor 30 Prozent Kursverlust.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Microsoft meldete am Mittwoch nach US-Börsenschluss die Zahlen zum vierten Geschäftsquartal: 90,01 Milliarden Dollar Umsatz, erwartet waren 87,7 Milliarden. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,81 Dollar statt der geschätzten 4,25. Die Cloud-Sparte Azure wuchs um 43 Prozent zum Vorjahr und damit ebenfalls stärker als erwartet. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu.

Interessant ist weniger der Beat als der Ausgangspunkt. Die Microsoft-Aktie hatte vor den Zahlen rund 30 Prozent unter ihrem Hoch notiert – abverkauft im Sog der Zweifel, ob sich die Milliarden für KI-Rechenzentren je verzinsen, zuletzt verschärft durch den Chip-Ausverkauf der Vortage. Ein Kurs, der so weit gefallen ist, preist gedämpfte Erwartungen ein. Genau daran wird ein Bericht gemessen – nicht an der Vergangenheit und nicht am Hoch.

Die Messlatte liegt dort, wo der Kurs sie hingelegt hat

Derselbe Bericht hätte im Januar, am Hoch, womöglich Enttäuschung ausgelöst – als Bestätigung dessen, was ohnehin jeder unterstellte. Nach 30 Prozent Kursverlust ist er eine positive Überraschung. Der Bericht ist derselbe; verschoben hat sich die Erwartung, gegen die er antritt. Wenige Stunden später zeigte Meta die Gegenrichtung: Umsatz über den Schätzungen, Aktie dennoch deutlich im Minus – dazu mehr im nächsten Artikel.

Was daraus folgt: „Gute Zahlen“ und „steigender Kurs“ sind zwei verschiedene Aussagen, verbunden nur über die Erwartung. Wer Quartalszahlen liest, sollte deshalb immer zwei Dinge kennen: die Schätzungen der Analysten – und wo der Kurs relativ zu seiner eigenen Geschichte steht.

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