Durch eine der wichtigsten Öltransportrouten der Welt fahren derzeit so wenige Schiffe wie seit Monaten nicht mehr. Nach neuen Angriffen auf Tanker am Wochenende hat sich der Verkehr durch die Straße von Hormus binnen weniger Tage spürbar ausgedünnt.
Zehn Schiffe statt fünfzehn
wallstreet-online berichtete am Montagabend, dass in den vergangenen zehn Tagen durchschnittlich nur noch zehn Frachtschiffe pro Tag die Meerenge durchquerten – der niedrigste Wert seit Mai. Am Freitag waren es laut derselben Quelle noch mehr als 15, am Samstag knapp 13. Am Samstag selbst passierten nur zwei Schiffe die Straße, am Sonntag sechs, die meisten davon über die iranische Route.
Besonders auffällig: Seit Mittwoch hat laut der Meldung kein einziger sehr großer Rohöltanker (VLCC) die Straße verlassen. Diese Schiffsklasse transportiert die größten Mengen Rohöl auf einmal – bleibt sie aus, wirkt sich das stärker auf das Angebot aus, als der reine Rückgang der Schiffszahl vermuten lässt.
Was der Ölpreis daraus macht
Der Rückgang folgt auf neue gegenseitige Angriffe zwischen den USA und iranischen Revolutionsgarden am Wochenende, bei denen nach US-Angaben drei iranische Öltanker getroffen und einer davon versenkt wurde. Brent-Öl kostete laut wallstreet-online am Montagabend 97,31 US-Dollar, ein Plus von 1,64 Prozent, WTI legte um 1,87 Prozent auf 92,70 Dollar zu.
Was daraus folgt: Ein Nadelöhr wie die Straße von Hormus zeigt, wie ein geografisch enger Punkt einen globalen Preis bewegen kann, ohne dass sich an der weltweiten Fördermenge etwas ändert. Ob der Rückgang beim Schiffsverkehr anhält oder sich nach den jüngsten Angriffen wieder normalisiert, lässt sich aus den Quellen an diesem Abend nicht ablesen.
Quellen
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