Die Tagesgeldzinsen sind im Jahresvergleich um 0,3 Prozentpunkte gestiegen, von 2,3 auf 2,6 Prozent. Einzelne Anbieter werben befristet mit über vier Prozent, Festgeld erreicht je nach Laufzeit bis zu rund 3,2 Prozent. Auch die Spitzenangebote liegen je nach Laufzeit 0,25 bis 0,35 Prozentpunkte höher als vor einem Jahr.
Zwei Abzüge, die in keiner Werbung stehen
Die Inflationsrate in Deutschland lag im Juni bei 2,3 Prozent. Bei einem Tagesgeldzins von 2,6 Prozent bleibt damit vor Steuern ein Realzins von etwa 0,3 Prozent. Auf die Zinserträge fällt zusätzlich Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag an, sofern der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist.
Realzins ≈ Nominalzins − Inflationsrate
Eine brauchbare Näherung für kleine Werte. Exakt gilt: (1 + Nominalzins) / (1 + Inflationsrate) − 1.
Aus 2,6 Prozent auf dem Plakat werden so real leicht null. Das ist kein Argument gegen Tagesgeld – es ist eines dagegen, Tagesgeld für den langfristigen Vermögensaufbau einzusetzen.
Aktionszins ist nicht Bestandszins
Die höchsten beworbenen Sätze gelten fast immer nur für Neukunden und nur für einige Monate. Danach fällt der Zins auf den Bestandssatz, der deutlich niedriger liegen kann. Wer die Spitzenangebote mitnimmt, muss die Frist im Kalender haben – sonst zahlt die Trägheit die Differenz.
Quellen
- WEB.DE: Tagesgeld und Festgeld – die besten Zinsen im Juli 2026
- Handelsblatt: Tagesgeld-Vergleich
- Statistisches Bundesamt: Inflationsrate im Juni 2026 bei +2,3 %
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