Gute Zahlen, ein genervter Chef: So lässt sich das dritte Quartal der UBS zusammenfassen. Der Gewinn vor Steuern stieg um rund ein Viertel auf 3,6 Milliarden Dollar, getragen von höheren Erträgen und niedrigeren Kosten, vor allem in der Vermögensverwaltung und im Schweizer Heimmarkt.
Beim Nettogewinn blieb davon weniger übrig: Kosten für einen Anleiherückkauf und eine höhere Steuerbelastung bremsten das Ergebnis. Die Aktie gab am Tag der Veröffentlichung trotz der guten operativen Zahlen leicht nach, um fast zwei Prozent.
Die eigentliche Frage betrifft den Firmensitz
Im Mittelpunkt der Analystenkonferenz stand nicht das Quartalsergebnis, sondern eine ganz andere Frage: wie die Schweiz auf mögliche strengere Eigenkapitalauflagen für die Großbank reagiert – und ob UBS deshalb über einen Umzug ins Ausland nachdenkt.
Vorstandschef Sergio Ermotti reagierte zunehmend verärgert auf die wiederholten Nachfragen. „Wir kommentieren keine Spekulationen, Annahmen oder Meinungen in Bezug auf Notfallpläne“, sagte er einem Analysten von Mediobanca. Es war im Call bereits die vierte Frage dieser Art.
Wenn Politik die Fundamentaldaten überlagert
Für Anleger zeigt der Fall, dass ein gutes Quartalsergebnis allein eine Aktie nicht trägt, solange ein ungelöstes regulatorisches Risiko im Raum steht. Die Frage nach dem Firmensitz einer Bank mit Jahrzehnten Schweizer Geschichte wiegt für den Markt gerade schwerer als ihr operatives Geschäft.
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IM Invests · https://iminvests.de/news/ubs-gewinn-steigt-schweiz-debatte/