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Israels Wahl bringt keine Mehrheit – Börse und Schekel fallen

Nach der Parlamentswahl in Israel verfehlt das Lager von Benjamin Netanyahu die Mehrheit. Der Leitindex fiel um drei Prozent, der Schekel ebenfalls.

Redaktion IM Invests4 Min. Lesezeit

Israel hat gewählt – und eine klare Antwort blieb aus. Nach Auszählung von rund 70 Prozent der Stimmen kommt der rechte Block von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu laut Hochrechnungen auf 54 Sitze. Der Oppositionsblock um den früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot erreicht 47 Sitze. Für eine Regierungsbildung nötig wären 61 der 120 Sitze im Parlament.

Der Markt hatte auf die Opposition gesetzt

Der Leitindex in Tel Aviv war im Vorfeld der Wahl gestiegen, weil Anleger auf einen Sieg der Opposition und einen Regierungswechsel gesetzt hatten. Das Ergebnis enttäuschte diese Erwartung – und der Index fiel am Wahltag um rund drei Prozent.

Auch der Schekel gab nach: Er verlor etwa zwei Prozent auf 3,1185 Dollar und steuerte damit auf seinen größten Tagesverlust seit fast anderthalb Jahren zu. Langlaufende israelische Staatsanleihen gerieten ebenfalls unter Druck.

Warum die Enttäuschung schwerer wiegt als das Ergebnis selbst

„Die Finanzmärkte Israels haben ablehnend auf das Ergebnis reagiert“, kommentierte das Analysehaus Capital Economics. Chefvolkswirt William Jackson erwartet zudem eine instabile nächste Regierung. Scheitert die Regierungsbildung, könnte es zu einer weiteren Wahl kommen.

Der Fall zeigt ein Muster, das an Börsen immer wieder auftritt: Nicht das Ereignis selbst bewegt die Kurse am stärksten, sondern die Differenz zwischen dem, was Anleger vorher erwartet und eingepreist hatten, und dem, was tatsächlich eintritt.

Quellen

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