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IM Invests

Fundamentalanalyse

Gewinn je Aktie

Warum der Gewinn auf die Aktienzahl bezogen wird, was Verwässerung bedeutet und wo Rückkäufe täuschen.

7 Min. LesezeitRechenweg

Der Gewinn je Aktie kann steigen, ohne dass das Unternehmen mehr verdient – wenn die Zahl der Aktien sinkt. Beide Zahlen gehören immer zusammen betrachtet.

Ein Jahresüberschuss von zwei Milliarden Euro sagt nichts darüber, was ein einzelner Anteil wert ist. Dafür wird der Gewinn durch die Zahl der Aktien geteilt – das Ergebnis je Aktie, englisch Earnings per Share.

EPS = Gewinn der Anteilseigner des Mutterunternehmens ÷ gewichtete durchschnittliche Aktienzahl

Zwei Feinheiten stecken darin. Erstens zählt nur der Gewinn, der den eigenen Aktionären zusteht – nicht der Anteil von Minderheitsgesellschaftern in Tochterfirmen. Zweitens wird die Aktienzahl über das Jahr gewichtet: Wer im Oktober neue Aktien ausgibt, hatte sie nicht das ganze Jahr.

Unverwässert und verwässert

Viele Unternehmen haben Rechte ausgegeben, aus denen später neue Aktien entstehen können: Optionen für Mitarbeiter, Wandelanleihen. Das verwässerte Ergebnis je Aktie rechnet so, als wären all diese Rechte bereits ausgeübt. Es ist die vorsichtigere Zahl und deshalb die aussagekräftigere.

Aktienrückkäufe

Kauft ein Unternehmen eigene Aktien zurück und zieht sie ein, sinkt der Nenner. Derselbe Gewinn verteilt sich auf weniger Anteile, das EPS steigt – ohne dass operativ irgendetwas besser geworden wäre.

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