Direkt zum Inhalt springen
IM Invests

Makroanalyse

Arbeitsmarktdaten

Warum der amerikanische Stellenbericht die wichtigste Zahl des Monats ist und was die Quote verschweigt.

8 Min. LesezeitRechenweg

Die Arbeitslosenquote fällt auch dann, wenn Menschen die Suche aufgeben. Ohne die Erwerbsquote daneben ist sie nicht zu lesen.

Am ersten Freitag jedes Monats veröffentlicht das amerikanische Arbeitsministerium den Beschäftigungsbericht. Keine andere regelmäßige Zahl bewegt Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkte so verlässlich – weil sie zugleich etwas über die Konjunktur und über die nächste Zinsentscheidung sagt.

Die Bestandteile des Berichts.
GrößeWas sie misstErhoben bei
Beschäftigte außerhalb der LandwirtschaftVeränderung der StellenzahlBetrieben
ArbeitslosenquoteAnteil der Suchenden an den ErwerbspersonenHaushalten
ErwerbsquoteAnteil der Erwerbspersonen an der BevölkerungHaushalten
StundenlöhneVeränderung gegenüber VorjahrBetrieben

Dass zwei verschiedene Erhebungen dahinterstehen, erklärt einen wiederkehrenden Widerspruch: Die Stellenzahl kann steigen, während die Quote ebenfalls steigt. Beides ist möglich, weil die eine Zahl von Betrieben und die andere von Haushalten kommt.

Warum die Quote allein irreführt

Als arbeitslos gilt nur, wer aktiv sucht. Wer aufgibt, verschwindet aus der Statistik – und die Quote sinkt. Deshalb muss die Erwerbsquote danebenstehen: Fällt sie, während die Arbeitslosenquote fällt, ist der Arbeitsmarkt nicht besser geworden, sondern kleiner.

Für die Notenbank ist inzwischen der Lohnanstieg die wichtigere Zeile. Steigen die Löhne deutlich schneller als die Produktivität, geraten die Preise unter Druck – daraus entsteht die Sorge vor einer Lohn-Preis-Spirale, die Zinsentscheidungen stärker beeinflusst als die Stellenzahl selbst.

Lektion durchgearbeitet?

Markiere die Lektion, wenn du sie durch hast. In der Bereichsübersicht siehst du dann auf einen Blick, was noch offen ist.

Nächste Lektion