Die Arbeitslosenquote fällt auch dann, wenn Menschen die Suche aufgeben. Ohne die Erwerbsquote daneben ist sie nicht zu lesen.
Am ersten Freitag jedes Monats veröffentlicht das amerikanische Arbeitsministerium den Beschäftigungsbericht. Keine andere regelmäßige Zahl bewegt Aktien-, Anleihe- und Devisenmärkte so verlässlich – weil sie zugleich etwas über die Konjunktur und über die nächste Zinsentscheidung sagt.
| Größe | Was sie misst | Erhoben bei |
|---|---|---|
| Beschäftigte außerhalb der Landwirtschaft | Veränderung der Stellenzahl | Betrieben |
| Arbeitslosenquote | Anteil der Suchenden an den Erwerbspersonen | Haushalten |
| Erwerbsquote | Anteil der Erwerbspersonen an der Bevölkerung | Haushalten |
| Stundenlöhne | Veränderung gegenüber Vorjahr | Betrieben |
Dass zwei verschiedene Erhebungen dahinterstehen, erklärt einen wiederkehrenden Widerspruch: Die Stellenzahl kann steigen, während die Quote ebenfalls steigt. Beides ist möglich, weil die eine Zahl von Betrieben und die andere von Haushalten kommt.
Warum die Quote allein irreführt
Als arbeitslos gilt nur, wer aktiv sucht. Wer aufgibt, verschwindet aus der Statistik – und die Quote sinkt. Deshalb muss die Erwerbsquote danebenstehen: Fällt sie, während die Arbeitslosenquote fällt, ist der Arbeitsmarkt nicht besser geworden, sondern kleiner.
Für die Notenbank ist inzwischen der Lohnanstieg die wichtigere Zeile. Steigen die Löhne deutlich schneller als die Produktivität, geraten die Preise unter Druck – daraus entsteht die Sorge vor einer Lohn-Preis-Spirale, die Zinsentscheidungen stärker beeinflusst als die Stellenzahl selbst.
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