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IM Invests

Portfolio-Aufbau · Stufe 1 von 3

Die Aufteilung ist die Entscheidung

Nach dieser Stufe weißt du, warum die Aktienquote mehr entscheidet als die Produktwahl – und wie du deine eigene bestimmst.

Beginner11 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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In Foren wird wochenlang über die Wahl zwischen zwei Welt-ETFs diskutiert, deren Unterschied bei einem Zehntelprozent im Jahr liegt. Über die Frage, ob man 40 oder 80 Prozent seines Vermögens in Aktien hält, wird selten so lange gesprochen – dabei ist das die Entscheidung, die alles andere überdeckt.

Was die Aufteilung praktisch bedeutet

Nimm an, der Aktienmarkt fällt um 40 % – ein Rückgang, wie er historisch mehrfach vorgekommen ist. Der risikoarme Teil bleibt dabei ungefähr, wo er ist. Was mit dem Gesamtvermögen geschieht, hängt allein an der Quote:

Wertverlust des Gesamtdepots bei 40 % Marktrückgang
AktienquoteRückgang des DepotsAus 100.000 Euro werden
100 %− 40 %60.000 €
80 %− 32 %68.000 €
60 %− 24 %76.000 €
40 %− 16 %84.000 €
20 %− 8 %92.000 €
Fünf Depots mit demselben Startwert. Was sie unterscheidet, ist keine Produktwahl, sondern eine einzige Zahl – und im Rückgang entscheidet sie alles.

Diese Tabelle ist das eigentliche Werkzeug dieses Themas. Sie beantwortet nicht, welche Quote richtig ist – sie zeigt, worüber man entscheidet.

Das Zwei-Topf-Modell

Für die meisten Menschen genügt eine Struktur mit zwei Töpfen. Sie ist nicht ein vereinfachtes Modell für Anfänger, sondern für die allermeisten die sachlich richtige Lösung.

  1. Topf eins – der sichere Teil. Notgroschen und alles, was in den nächsten drei bis fünf Jahren gebraucht wird. Tagesgeld, notfalls Festgeld. Dieser Topf ist nicht zum Verdienen da, sondern damit Topf zwei in Ruhe gelassen werden kann.
  2. Topf zwei – der wachsende Teil. Langfristiges Geld, breit gestreut am Aktienmarkt. Ein einziger weltweit anlegender Fonds reicht dafür vollkommen aus.

Die eigene Quote bestimmen

Drei Fragen, in dieser Reihenfolge. Die jeweils niedrigste Antwort gewinnt.

  1. Wann wird das Geld gebraucht? Alles, was in unter fünf Jahren fällig ist, gehört nicht in Aktien – unabhängig von allem anderen.
  2. Was wäre finanziell verkraftbar? Wenn das Depot ein Jahr lang 40 Prozent im Minus stünde: Würde sich an deinem Leben etwas ändern? Müsstest du Pläne verschieben?
  3. Was wäre emotional durchhaltbar? Dieselbe Zahl in Euro ausgedrückt. „Minus 40 Prozent“ und „minus 48.000 Euro“ sind dieselbe Aussage und lösen verschiedene Reaktionen aus.

Die Quote bleibt nicht, wo du sie hingelegt hast

Das ist der Punkt, an dem viele überrascht werden: Eine einmal festgelegte Aufteilung verschiebt sich von allein. Läuft der Aktienteil mehrere Jahre gut, wächst sein Anteil am Gesamtdepot, ohne dass jemand etwas entschieden hätte – und danach schwankt das Depot stärker, als geplant war. Fallen die Aktien, passiert das Gegenteil.

Für diese Stufe genügt zu wissen, dass es passiert, und einmal im Jahr nachzusehen. Wer noch einzahlt, korrigiert es nebenbei: Die nächsten Raten gehen in den Topf, der zu klein geworden ist. Wie man es systematisch macht – nach Kalender oder nach Bandbreite, und wie sich Steuer dabei vermeiden lässt –, steht in der Stufe „Fortgeschritten“.

Was in den zweiten Topf gehört

Ein einziger weltweit anlegender Fonds ist keine Notlösung, sondern deckt bereits tausende Unternehmen in dutzenden Ländern ab. Für den Anfang ist er vollständig ausreichend – und die häufigste Verschlechterung besteht darin, ihn zu ergänzen, ohne sagen zu können, wofür.

Was du dir merken solltest

  • Die Aktienquote entscheidet über die Schwankung, die Produktwahl kaum.
  • Zwei Töpfe genügen für die meisten Fälle – erst Topf eins füllen, dann Topf zwei.
  • Der sichere Teil ist die Voraussetzung dafür, den riskanten durchzuhalten.
  • Die beste Quote ist die höchste, die du auch im Rückgang aushältst.
  • Die Quote verrutscht von selbst. Einmal im Jahr nachsehen genügt für den Anfang.
  • Jeder zusätzliche Baustein braucht eine Begründung in einem Satz. Sonst gehört er nicht hinein.

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