Die Entscheidung, über die an dieser Stelle gestern vorab berichtet wurde, ist gefallen: Die sieben Kernstaaten der OPEC+ – Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan und Oman – haben am Sonntag beschlossen, ihre Förderquote für September um rund 188.000 Barrel pro Tag anzuheben. Damit ist die schrittweise Rücknahme der 2023 vereinbarten Kürzung von 1,65 Millionen Barrel vollständig abgeschlossen.
Was jetzt anders wird
Zum weiteren Vorgehen ab Oktober sagte die Gruppe nichts – und genau das ist die Nachricht. Bisher folgte die Politik einem Fahrplan: Monat für Monat wurde ein Stück der alten Kürzung zurückgenommen, die Entscheidung war im Grunde Verwaltung. Ab jetzt muss neu verhandelt werden. Rystad-Analyst Jorge Leon hält eine Pause im vierten Quartal für das wahrscheinlichste Szenario: Die Gruppe habe wenig Anreiz zu weiteren Schritten, solange sie sich auf die Quotengespräche für 2027 vorbereitet. Ein älteres Kürzungspaket von rund zwei Millionen Barrel aus dem Jahr 2022 bleibt ohnehin bis Jahresende in Kraft.
Die Verhandlungen ab 2027 dürften schwierig werden: Die OPEC+ prüft derzeit die tatsächlichen Förderkapazitäten ihrer Mitglieder als Grundlage für neue Quoten – und einige, allen voran der Irak, drängen auf höhere Anteile. Es ist derselbe Streitpunkt, an dem im Mai der Austritt der Emirate sichtbar wurde.
Kuwait liefert wieder – ein Signal aus Hormus
Bemerkenswert ist eine Zahl am Rande: Kuwait förderte im Juli durchschnittlich 1,971 Millionen Barrel pro Tag, nach rund 1,65 Millionen im Juni und nur 580.000 im Mai, wie eine mit der Sache vertraute Person Reuters sagte. Vor der faktischen Schließung der Straße von Hormus Ende Februar waren es 2,5 Millionen. Die Erholung deutet darauf hin, dass wieder mehr Öl durch die Meerenge kommt – teils auf Tankern mit abgeschalteten Ortungssignalen. Die Papierquoten der Vormonate blieben ja gerade deshalb folgenlos, weil die Kriege im Iran und in der Ukraine die realen Exporte drückten.
Was daraus folgt: Der Ölmarkt wechselt das Regime – von planmäßigen Erhöhungen zu offenen Verhandlungen, während zugleich die Kriegsprämie schwankt. Beschlüsse, Kapazitäten und tatsächliche Lieferungen sind drei verschiedene Zahlen; wer sie auseinanderhält, versteht die Schlagzeilen der nächsten Monate.
Quellen
- WirtschaftsWoche / dpa: „Opec+ erhöht Ölförderziele für September“ (2. August 2026)
- Business Recorder / Reuters: „OPEC agrees September oil hike, completing rollback of voluntary cuts“ (2. August 2026)
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IM Invests · https://iminvests.de/news/opec-plus-beschluss-serie-beendet/