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IM Invests

Größte Crashs · Stufe 3 von 3

Ansteckung, Reaktion, Konsequenz

Warum manche Einbrüche folgenlos bleiben und andere ein Jahrzehnt kosten – und was daraus für ein Depot folgt.

Profi13 Min. LesezeitAusgearbeiteter Text4 Quizfragen
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Der Unterschied zwischen Kurssturz und Krise

Nicht jeder Einbruch hat Folgen für die Wirtschaft. 1987 verlor der Markt an einem Tag rund ein Fünftel, ohne dass eine Rezession folgte. 2008 begann mit fallenden Immobilienpreisen und endete in einer weltweiten Wirtschaftskrise. Der Unterschied liegt an einer Stelle: ob das Bankensystem betroffen ist.

  • Der Bankkanal. Verlieren Banken Eigenkapital, vergeben sie weniger Kredite. Unternehmen investieren nicht, stellen nicht ein, gehen im Zweifel unter – obwohl mit ihrem Geschäft nichts war. Das ist der Weg vom Finanzmarkt in die Realwirtschaft, und er ist der einzige mit dieser Wucht.
  • Der Vermögenskanal. Fällt das Vermögen, sinkt der Konsum. Dieser Effekt ist real, aber deutlich schwächer und wirkt langsamer.
  • Der Rückkopplungskanal. Eine schwächere Wirtschaft erzeugt Kreditausfälle, die die Banken erneut treffen. Ist dieser Kreis erst geschlossen, wird aus einem Kurssturz eine Krise – und dann entscheidet nur noch die Reaktion.
Drei Wege führen vom Markt in die Wirtschaft, und nur einer führt zu sich selbst zurück. Ist dieser Kreis geschlossen, entscheidet nur noch die Reaktion.

Was die Reaktion ausmacht

Drei Krisen, drei Antworten
KriseReaktionFolge
1929Geldmenge verknappt, Handelsbarrieren errichtet, Bankenzusammenbrüche zugelassenDie schwerste und längste Depression des Jahrhunderts
2008Zinsen an die Nullgrenze, Anleihekäufe, Bankenrekapitalisierung und GarantienTiefe Rezession, aber Erholung in wenigen Jahren
2020Beispiellose Geld- und Fiskalhilfen binnen WochenDer schnellste Einbruch dieser Größe – und die schnellste Erholung

Was daraus für ein Depot folgt

Aus der Beschäftigung mit Crashs folgt keine Prognosefähigkeit. Was folgt, sind vier Entscheidungen über die Struktur – und alle vier trifft man in ruhigen Zeiten, weil sie in unruhigen nicht mehr zu treffen sind.

  1. Die Quote nach dem Ernstfall bemessen. Nicht danach, was im Aufschwung erträglich schien, sondern danach, was bei einem Rückgang von der Hälfte noch tragbar ist – finanziell und emotional.
  2. Keinen Hebel, der zum Verkauf zwingt. Der Unterschied zwischen einem Buchverlust und einem realisierten Verlust ist die Freiheit, nichts zu tun. Ein Wertpapierkredit nimmt genau diese Freiheit, und zwar am Tiefpunkt.
  3. Liquidität außerhalb des Marktes. Zwei bis drei Jahresausgaben, die nicht am Kapitalmarkt hängen. Sie sind der einzige Posten, der in jeder Krise gehalten hat – nicht weil er klug angelegt wäre, sondern weil er nicht angelegt ist.
  4. Den Plan vorher aufschreiben. Was tue ich bei minus 20, bei minus 40? Die häufigste richtige Antwort ist „weiter einzahlen“, und genau die fällt im Moment am schwersten. Ein Satz auf Papier ersetzt eine Entscheidung, die man in der Lage nicht gut trifft.

Was du dir merken solltest

  • Aus einem Kurssturz wird eine Krise, wenn das Bankensystem betroffen ist.
  • Die Erholungsdauer hing historisch stärker an der Reaktion als am Auslöser.
  • Aus drei schnellen Erholungen folgt keine vierte – der Spielraum für Reaktionen ist nicht garantiert.
  • Die vier tragfähigen Konsequenzen betreffen die Struktur und werden in ruhigen Zeiten getroffen.

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